Geistliches Wort für den Sommer 2026
Der Weizen im Leben.
Liebe Leserinnen und Leser,
ich liebe den Sommer. Das gebe ich gern zu Protokoll. Und auch wenn ich um Hitzegefahren und Wasserknappheit weiß (und versuche, mich danach zu richten), ist der Sommer doch eine herrliche Zeit. Es blüht und wächst um uns herum. Die Textilien werden dünn und dünner, du kannst einfach rausgehen, ohne an „Hut, Schirm, Mantel und Schal“ denken zu müssen. Der 1. FC kann im Freien auf Sommerrasen spielen, Marinello hat strahlende Saison.
Und dann kommen die Mähdrescher... Ich freue mich über gute Ernten der Landwirte. Die Gerste ist längst eingebracht, dem Raps ging es an den Kragen, nun staubt es auf den Feldern, denn die am häufigsten angebaute Getreidesorte, der Weizen, wird gedroschen.
Es ist in meiner Jahreszeitenempfindung wie ein kleine Glocke des Herbstes, wenn Stoppeln die gelb-goldenen Wogen der Getreidefelder ablösen. Und wenn dann erst einmal Grubber und Pflug ihre Arbeit erledigt haben, wird die Landschaft dunkelbraun. Es sei ihr erlaubt.
Und ich besinne mich. Schließe die Sommerfreude fest im Herzen ein, sitze einmal mehr auf dem Balkon, genieße das Glas gekühlten Weißwein, bevor der Rote und Kräutertee wieder die Regie übernehmen. In meine Freude mischt sich erster Abschiedsschmerz.
Doch auch Dank ist gegenwärtig. Für diesen Sommer 2026 mit seinen Rosen im Garten, dem Wiesenduft im Allgäu, dem Spiel der Boote auf dem Giftener See, dem Kaffeetrinken auf Terrassen, der Freude, die wechselseitige Urlaubsgrüße immer noch machen.
Ohne kommenden Herbst mit seinen Besonderheiten gibt es keinen Winter. Ohne die hoffentlich deutliche, klare Kälte des Winters entfaltet die Zeit des Frühlings lahmer als möglich ihre wunderbare Farbenpracht. Und, Sie ahnen es, mit einem starken Erwachen des Frühjahres dürfen wir auf einen neuen Sommer hoffen, wie auch nach guter Saat auf erneut eindrückliche Getreidewogen auf unseren Börde-Äckern. Also: Die Sandalen gut verräumen, das Federball-Set nicht verlegen, die angebrochene Flasche Aperitiv rechtzeitig kühl stellen und sich auf die Erdbeeren 2027 freuen.
Ich danke Gott für diesen Sommer und bin mit herzlichen Grüßen,
Ihr Matthias Fricke