Wort zum Advent 2025
Heute grüße ich Sie mit meiner letzten Adventspredigt
Und wünsche Ihnen gesegnete Tage bis Weihnachten.
Über den Wochenspruch
"Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht." (Lk 21,28b)
Liebe Leserinnen und Leser,
Vieles im Leben ist wunderschön, liebe Gemeinde!
Freundschaften.
Liebe.
Erfolg in Ausbildung und Beruf.
Ein Adventsmarkt wie gestern in Jeinsen oder anderswo.
Das warme Bett.
Ein Engagement, das zufrieden macht.
Ein Land, das ich gern bereise.
Ein Strand, an dem mein Bruder half, frisch geschlüpfte Schildkröten ans Wasser zu tragen, bevor die Fressfeinde kommen.
Vieles im Leben ist wunderschön.
Was aber machen wir mit dem, was uns belastet, nervt, sorgt, stört?!
Streit
Autopanne
kaltes Nieselwetter
Schulnoten
Krankheit
Trauer
Gewalt und Krieg
Nicht alles können wir beeinflussen.
Unsere Möglichkeiten sind begrenzt.
Wspr "Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht." (Lk 21,28b)
Aushalten ist wichtig zu erlernen.
Nicht aufgeben.
Nicht alles in einen Topf werfen.
Nicht alles schwarz weiß sehen hilft.
Und herausfinden, wie kann ich Dinge umgehen, akzeptieren, ändern.
Advent als alte Schule, das Leben anzunehmen wie es ist, um danach zu sehen, wie sehen nächste Schritte aus.
Das Gebet des amerikanischen Theologen Reinhold Niebuhr,
den auch Dietrich Bonhoeffer in New York traf:
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."
Wspr "Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht." (Lk 21,28b)
Erlösung naht – Das war die Erwartung der jungen Christenheit.
Der Heiland kehrt zurück und heilt die zerrissene Welt.
Nun, das hat sich noch nicht eingestellt.
Aber Ansätze von Erlösung kennen wir schon.
Eine bessere Mathe-Note als erwartet.
Ein Versöhnungskuss.
Ein gerechter Friede.
Manchmal der gnädige Tod.
Wspr "Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht." (Lk 21,28b)
Dass Christus wiederkehrt und Schluss macht mit Hader und Neid,
mit Arroganz und Feindseligkeit,
mit Beleidigung und Respektlosigkeit,
darf eine Hoffnung bleiben.
Es ist eine gute Hoffnung, sogar ein Antrieb.
Das Wort für die Woche, dass uns anregen, aufregen, leiten möchte,
weist aber auf die Haltungsfrage hin. Für hier und jetzt.
Welche Haltung nehme ich an,
was denke ich, sage ich, tue ich als Christ,
als jemand, der dem Glaube eine Chance gibt
und auf der Suche bleibt nach der Nähe Gottes in seinem Leben?
Wspr "Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht." (Lk 21,28b)
Sieh auf, hebe den Kopf.
Schau in die Welt.
Und nicht an deinem gegenüber vorbei.
Erkenne, was dran ist, damit wir menschlicher sind, werden, bleiben.
Steh uns bei, wo wir Ausgrenzung, Verachtung, Bashing, Rassismus etwa nicht hinnehmen.
Sieh auf, hebe den Kopf.
Schau in die Welt.
Es ist nur die eine da.
Die, in der wir leben.
Sieh hat verdient, gut behandelt
und menschlich gestaltet zu werden.
Den Advent über sind wir besonders eingeladen, diese Haltung schätzen zu lernen, kommt Gott uns in Weihnachten doch menschlich entgegen.
Im Stall. Behütet. Ganz nah. Warmherzig.
Menschlich eben.
Amen.