Auf ein Wort

Wort zu Ostern 2026

Liebe Freunde, Interessierte, Suchende!

„Ostern steht vor der Tür“, sagt man in diesen Tagen. Ob wir es so meinen? Denn wer vor der Tür steht, klopft oder klingelt ja, begehrt Einlass, sucht Kontakt, Verbindung, Austausch. Ob das gewollt ist von uns?

Nicht zufällig ist Ostern das schwerste Fest der Christenheit, handelt es doch von Tod und Auferstehung. „Wie sag ich’s meinem Kinde…?“

Geheimnisumwoben die Geschichte Jesu zwischen Verrat, Folter-Tod und leerem Grab. Prägend über zwei Jahrtausende. Jesus lebt weiter. Vielleicht unter uns: „Das Leben geht weiter“.

Vielleicht ist es gut, einmal mit dem Redenhalten, Erklärenwollen oder Lernenkönnen abzuwarten. Vielleicht ist es gut, erst einmal mit Gott ins Gespräch zu gehen, zu beten. Im Stillen oder mit anderen, aufgeschrieben oder sich in die Stunde hinein gesprochen.

Eine Anregung möge sein, was ich, passend zum Osterlied EG 116 „Er ist erstanden, Halleluja!" bei der Kollegin Henrike Müller von der Vereinigten Evangelisch-lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) als Gebetstext fand.

Gebet zu Ostern

Du bist erstanden, Halleluja!
Wir feiern das Leben. 
Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Erfülle uns mit österlicher Freude
an allen Orten, an denen wir feiern:
in den Kirchen, in den Häusern, 
an den Bildschirmen.
Für uns bist du erstanden. 
Wir sind nicht allein. Halleluja.

Du warst begraben drei Tage lang.
Der Tod steht uns vor Augen.
Du kennst Dunkelheit, 
Verlassenheit, Verzweiflung.
Doch du hast den Tod überwunden.
Nimm uns an deine Hand,
führe uns auf Hoffnungswegen ins Leben.

Der Engel sagte: „Fürchtet euch nicht!“
So vieles macht uns Angst.
Wir hoffen auf Perspektiven,
warten auf eine Zeit ohne Einschränkungen.
Wir sehnen uns nach Frieden in der Welt,
nach einem Ende der Gewalt. 
Wir beten für die Menschen, 
um die wir uns sorgen.
Nimm dich ihrer an.
Wandle unsere Sorge in Zuversicht.

Geht und verkündigt, dass Jesus lebt.
Wir sind verbunden 
mit Menschen auf der ganzen Welt, 
die zu dieser Zeit Ostern feiern. 
Wir beten für die, 
die müde geworden sind in ihrem Zeugnis, und für die, die ihren Glauben 
nicht öffentlich bekennen können.

Du bist erstanden, hast uns befreit.
Nichts kann uns schaden,
wenn wir nur dich haben.
Hilf uns, dass wir uns auf dich verlassen 
und nicht an Vergänglichem festhalten.
Lass uns mutig protestieren gegen alles, 
was das Leben in dieser Welt bedroht.

Gemeinsam beten wir zu dir:
Vater unser im Himmel …
Amen.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern mit genügend Mut und Aufstehen mitten in den Stürmen und Lebensfreude, die Sie trägt. So jedenfalls würde Jesus das wollen. Vielleicht ist er es in Menschengestalt, der „vor der Tür steht“. Machen Sie was ´draus!

Herzlich, Ihr/Euer Matthias Fricke

Matthias Fricke Zieseniß 2
Pastor Matthias Fricke-Zieseniß