Ein Jahr nach der Fusion

Am 4. Januar 2016 war ein Jahr vergangen, dass die beiden Sarstedter Gemeinden St. Nicolai und Paul-Gerhardt das Fusionsfest feierten, um zu einer Gemeinde zu verschmelzen. Was ist aus diesem Ziel geworden, wurden die geplanten Synergieeffekte erreicht, gab oder gibt es Probleme in diesem Konstrukt, hat es sich schlussendlich gelohnt, diesen gemeinsamen Weg zu gehen?

Der Kernpunkt der Fusion war sicherlich die Bündelung von haupt- und ehrenamtlichen Kräften, um Doppelarbeiten zu vermeiden. Dabei waren klare Vertretungsregelungen und gemeinsame Terminabsprachen sowie Nutzung von gemeinsamen Räumlichkeiten und gegenseitige Unterstützung bei Veranstaltungen das Ziel.

Dies alles konnte weitgehend umgesetzt werden. Dabei ist das Kernstück der neue große Kirchenvorstand mit 16 Mitgliedern und zwei Pastoren. An dieses große Gremium mussten sich alle Beteiligten zunächst gewöhnen, alle waren jedoch bereit, die freiwillig eingegangene Allianz bestmöglich mitzutragen. Dies wird durch die Bildung von Ausschüssen in Bereichen wie Bau, Finanzen, Musik oder Öffentlichkeitsarbeit gewährleistet. Diese Arbeitsweise der Ausschüsse hat bis jetzt viele Früchte getragen und erleichtert die Arbeit dieses großen Gremiums beträchtlich. Auch wenn man sich in einigen Gebieten, wie z.B. neue Nutzung von Räumen oder Verlagerung von Gottesdiensten zunächst noch miteinander finden musste, wächst ein solches Gremium an den Herausforderungen. Bei der Verlagerung der Nutzung trat der Kirchraum Paul Gerhardt verstärkt als Familienzentrum in den Mittelpunkt mit all seinen Aktivitäten von den Krabbelgruppen über Kindergottesdienste bis hin zu vielfältigen Aktivitäten für Jugendliche. St. Nicolai ist im Stadtkern gelegen und hat seine musikalischen Akzente in diesem Jahr ausbauen können. Gemeinsame Veranstaltungen wie der Abend der Genüsse oder das Mitarbeiterfest werden nun von allen zusammen leichter getragen, Terminabsprachen für das ganze Jahr werden jetzt einfacher gefunden und vielfältige Kompetenzen können zielgerichteter eingesetzt werden. Aber auch das wichtige Feld der gemeinsamen Finanzierung von Bau- und Renovierungsarbeiten an der Kirche und Gemeindegebäuden läuft in diesem Rahmen durch die gebündelten Kompetenzen sehr erfolgversprechend.

Letztlich kann ein positives Fazit gezogen werden: Der gemeinsame Weg hat gut begonnen, es gilt jedoch weiterhin, die Gemeinde mitzunehmen und großen Projekten neues Leben einzuhauchen. Die Würdigung und Gewinnung von Ehrenamtlichen hat dabei einen hohen Stellenwert. Es ist und bleibt ein Balanceakt, gewachsene Strukturen in ihrem Bestand zu schützen und trotzdem übergreifende Projekte dahingehend zu organisieren, dass der Verwaltungsaufwand gemindert und den Hauptamtlichen im Pfarramt Verkündigung und Seelsorge als primäre Aufgabe ermöglicht wird. Wir sind auf einem guten Weg und werden alles daran setzen, den starken Rückhalt in unserer großen Gemeinde weiter auszubauen.

Annett Gittermann
Vorsitzende des Kirchenvorstandes

Bild: Annett Gittermann